Der polnische PR-Software-Anbieter Prowly hat PR-Profis gefragt, was sie für die größten Todsünden im PR halten. Ich denke, die größte PR-Sünde ist es, dieselbe Arbeitsroutine wie vor zehn Jahren zu haben. Viele PR-Profis nennen den allseits verhassten Telefonanruf „Haben Sie meine Pressemitteilung bekommen?“ als ein No-Go, aber in Wahrheit beginnt das Sündigen schon viel früher.
Excel und Outlook
Viele PR-Agenturen verwenden immer noch Excel-Tabellen als primäre Kontakt-Datenbank. Wenn sie eine Pressemitteilung versenden, kopieren sie einfach alle E-Mail-Adressen in BCC.
Dieses Verfahren öffnet die Tür für viele potenzielle Pannen. Erstens begrenzen Hosting-Provider die Anzahl der Empfänger pro E-Mail. Agenturen neigen dazu, ihre Mailingliste in mehrere Teile aufzuteilen, was aber rasch unübersichtlich wird. Sie tragen immer das Risiko, dass ein Journalist dieselbe Pressemitteilung mehrmals erhält. Zweitens kann es passieren, dass ein Absender versehentlich die E-Mail-Adressen in CC statt BCC einfügt – wodurch Journalisten sehen, wer sonst noch die Information bekommen hat. Drittens bietet diese Methode fast nie einen Abmelde-Link, was dazu führen kann, dass man als Spammer erkannt wird und dies den Rufschaden für Ihren Domain-Namen verursacht.
Das Versenden von Pressemitteilungen über den E-Mail-Client liefert auch keine Einblicke, wie oft ein Empfänger die E-Mail geöffnet hat oder wie er mit den Inhalten interagiert hat. Man kann zudem keine Statistiken verschiedener Pressemitteilungen vergleichen, um zu sehen, wann und welches Thema die meiste Aufmerksamkeit erhält.
SEO im PR
PR-Profis kennen die Bedeutung, einen Experten in den Medien zu positionieren. Dennoch legen nur wenige Berater Wert auf SEO. Das überrascht mich, da Studien eindeutig zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Journalisten ihre Recherche mit einer einfachen Google-Suche beginnt.
Eine Todsünde
Medienhäuser verurteilten oder ignorierten die Digitalisierung oft so lange, bis sie keine andere Wahl mehr hatten. PR sollte ein Beispiel daran nehmen. PR weiterhin auf altmodische Weise zu betreiben, wird zur Todsünde für jeden PR-Experten.